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„Ressourcen-Pizza“, Workshops, Polonaise

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  • Die Auszubildenden der Keppler-Stiftung
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Sindelfingen | Keppler-Stiftung begrüßt Nachwuchskräfte beim Azubi Welcome Day

Manchmal wirken erste Begegnungen erstaunlich vertraut. Beim diesjährigen Azubi Welcome Day der Keppler-Stiftung. hört man schon zu Beginn beim „Speed-Dating“ Lachen aus allen Ecken, sieht neugierige Blicke und spürt eine schnelle Sympathie zwischen den über 60 neuen Auszubildenden und Studierenden der Keppler-Stiftung.

 

Sie kommen aus den über 24 Standorten der Keppler-Stiftung in Baden-Württemberg nach Sindelfingen. Es fühlt sich weniger an wie ein Kennenlernen – eher wie ein Wiedersehen. Diese offene, warme Atmosphäre zieht sich durch den ganzen Tag.

Das Moderationsteam aus dem Ausbildungsmanagement Martin Fradl und Sarah Wendlinger begrüßen die Schüler:innen herzlich und sprechen darüber, wie wichtig es ist, einen sicheren Raum zu schaffen, in dem die Nachwuchskräfte erleben, dass sie Teil eines großen, vielfältigen Trägers sind.

Der Azubi Welcome Day wurde vor drei Jahren erstmals auf Wunsch der Leitungsteams in den Einrichtungen initiiert und ist seither ein besonderer Raum für die Auszubildenden und Studierenden aller Fachbereiche der Keppler-Stiftung

Mitarbeitenden-Seelsorge für alle

Verena Muresan betont bei der Vorstellung der Angebote der Mitarbeitenden-Seelsorge, dass die vielfältigen Angebote offen für alle sind – unabhängig von Konfession, Religion und Hierarchie. Sie informiert über das jährliche Programmheft mit Freizeit- und Bildungsangeboten sowie die Rahmenbedingungen zur Teilnahme.

Anschließend spricht der Vorstand Klaus Günthör unter anderem über Altersbilder und Ageismus – Diskriminierung gegenüber älteren wie auch jüngeren Menschen. Eine zentrale Botschaft lautet: Wir Menschen sind keine Zahlen und keine Stereotype. Wir möchten als Individuen wahrgenommen werden. Auch junge Menschen werden oft unterschätzt sollten aber vollwertig ins Team integriert sein. Er appelliert an die Auszubildenden, selbstbewusst aufzutreten und ihre Ideen und Visionen für die Zukunft der Altenhilfe einzubringen.

Günthör betont, wie sehr moderne Pflege von Digitalisierung, KI und neuen Denkanstößen geprägt ist. Locker und humorvoll beantwortet er auch die Fragen der jungen Menschen – von persönlichen Vorlieben, Energy Drinks, Lieblingsaufgaben bis hin zu Strategien gegen Stress.

Schüler:innen stellen ihre Häuser vor

Schließlich stehen die Auszubildenden der verschiedenen Einrichtungen selbst im Mittelpunkt: Sie stellen ihre Seniorenzentren vor, erklären ihren Alltag, erzählen, was sie begeistert und zeigen dabei ihre kreativ gestalteten Plakate. Auch mit den Profilen der Standorte wird deutlich, dass sie in verschiedenen Einrichtungen arbeiten, aber Teil eines großen Teams sind.

Khushi Patel macht seit Oktober ihre Ausbildung als Pflegefachfrau und strahlt: „Ich finde es so gut, dass wir diese Möglichkeit haben, die anderen Schüler:innen kennenzulernen. Die Leute sind cool und lieb, sehr international geprägt - wir haben schon die ersten Nummern ausgetauscht! Mit dem Beginn der Ausbildung hatte ich ehrlich gesagt keinen wirklichen Bezug zur Keppler-Stiftung und das ändert sich heute.“

Workshop: Rolle, Erwartungen, Ängste

Dann folgt ein Workshop, der besonders viel Raum zum Aussprechen lässt. Die zentrale Frage: Wer bin ich als Auszubildende:r – und welche Erwartungen, Herausforderungen und Ängste bringe ich mit?

In Kleingruppen sprechen die Teilnehmenden über Rollenbilder, Drucksituationen, eigene Unsicherheiten und darüber, wie sie mit Erwartungen umgehen, die von außen an sie herangetragen werden. Es entsteht ein geschützter, ehrlicher Austausch – und viele signalisieren später, dass dieser Safer Space, in dem sie sich ohne Sorgen äußern können, ihnen besonders guttut.

Das Event ist geprägt von einem emotionalen, inhaltlichen Mix aus Fokus, Humor, hilfreichen Inputs, Ernsthaftigkeit, Motivation, ehrlichem Austausch und „bewegenden“ Ausbrüchen – im wahrsten Sinne des Wortes. Aus einem Bewegungsspiel wird spontan eine Polonaise und ein traditioneller Kreistanz durch den Veranstaltungsraum. Auch als spontan der Aufruf kam, ein Reel zu drehen, stürmten viele Freiwillige lachend vor die Kamera.

Persönliche Erfahrung, Fehlerkultur & Mut

Ein kleines Experiment an der frischen Luftsorgt für einen unerwarteten Aha-Moment: Die Gruppe bildet einen Kreis, einige stehen in der Mitte – und die Aufgabe lautet, herauszufinden, wie diese Personen wieder nach draußen gelangen. Die Anweisung enthält keinen Hinweis darauf, sie festzuhalten. Trotzdem geschieht es automatisch.

Der Plot-Twist: Die Übung zeigt eindrücklich, wie Anweisungen manchmal unkritisch übernommen werden und wie wichtig es ist, Aufgaben zu reflektieren, mitzudenken und eigenständig Entscheidungen zu treffen. Sarah Wendlinger teilt ihre eigenen Erfahrungen aus der Ausbildung zur Krankenschwester, spricht über Fehlerkultur, Sprachbarrieren und betont, wie wichtig es ist, Fragen zu stellen. Fehler gehören zum Lernen dazu – und die Ausbildungszeit ist die Chance, so viel Wissen und Erfahrungen wie möglich mitzunehmen. Ihre Botschaft ist klar: Traut euch, nachzufragen und sprecht Unklarheiten an.

Abschluss mit „Ressourcen-Pizza“

Den Abschluss gestaltet Martin Fradl mit der Reflektion über die persönlichen Kraftquellen, die im Alltag tragen. Dabei wurde eine virtuelle „Ressourcen-Pizza“ mit Zutaten belegt, wie Mut, Humor, Familie, Fokus, Freundschaften, Selbstbewusstsein aber auch mit „Ruhepunkten“, wie Musik hören und Beten.