Pia Theresia Franke, Vorständin der Keppler-Stiftung, betonte in ihrer Begrüßung die besondere Bedeutung einer Haltung, die den Menschen unabhängig von seinen Fähigkeiten wahrnimmt und ihm mit Achtung begegnet:
„Die Würde eines Menschen hängt nicht von seinen Fähigkeiten ab. Sie ist nicht abhängig von Erinnerung, Leistungsfähigkeit oder davon, ob ein Mensch sich verständlich machen kann.“
Und sie brachte die Verantwortung, die daraus für die Begleitung von Menschen mit Demenz erwächst, auf den Punkt:
„Gottes Zuwendung endet nicht dort, wo die Erinnerung eines Menschen nachlässt. Und auch unsere Zuwendung darf dort nicht enden.“
Der Hauptredner der Konferenz, Pfarrer Gerhard Sprakties, stellte seinen Vortrag unter den Titel „Das Herz wird nicht dement“. Seine zentrale Botschaft: Auch wenn die kognitiven Fähigkeiten nachlassen, bleibt das emotionale Gedächtnis ansprechbar – durch Klänge, Berührungen, Düfte, Bilder und Lieder. Vertraute Melodien, eine liebevolle Geste oder ein Moment der Nähe können Menschen erreichen, wenn Worte nicht mehr ausreichen.
Wie lässt sich diese Erkenntnis in die tägliche seelsorgerliche Begleitung übertragen? Darüber tauschten sich die haupt- und ehrenamtlich Engagierten der Keppler-Stiftung und ihrer Einrichtungen in Impulsrunden und Workshops aus. Im Mittelpunkt standen alltägliche Erfahrungen, konkrete Wahrnehmungen und praktische Ansätze für die Begegnung mit Menschen mit Demenz.
Die Konferenz machte deutlich: Seelsorge bedeutet, aufmerksam zu bleiben, Beziehung anzubieten und Nähe zu ermöglichen – auch jenseits der Sprache.
Mensch sein – Mensch bleiben. Das heißt, den Menschen in seiner Würde zu sehen, ihn anzunehmen und ihm zu vermitteln: Du gehörst dazu. Du bist wertvoll. Du bist nicht allein.
Ein herzliches Danke an Bernd Reiser, Leitung Seelsorge & theologische Grundsatzfragen und sein Team für den gelungenen Austausch bei der Seelsorgekonferenz 2026!