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Innenminister Thomas Strobl zum Dialog im St. Elisabeth Heilbronn

  • Das Leitungsteam mit Innenminister Strobl
  • Innenminister Strobl, Nneka Chukwu-Brecht und Klaus Günthör

    Innenminister Strobl, Nneka Chukwu-Brecht und Klaus Günthör

Heilbronn, Sindelfingen 16. Feb. 2026 (mü) | Innenminister Thomas Strobl besuchte vergangene Woche das Seniorenzentrum St. Elisabeth in Heilbronn. Im Mittelpunkt des Besuches standen ein ausführliches Gespräch mit Keppler-Stiftungsvorstand Klaus Günthör und Einrichtungsleitung Nneka Chukwu-Brecht sowie der Austausch mit Bewohner:innen und Angehörigen.

Klaus Günthör betonte, dass die Keppler-Stiftung gerne Partner für Politik und Kommunen sei, gerade aber beim Bau und der Sanierung von Einrichtungen wegen der politischen Vorgaben an die Grenze des Machbaren stoßen. Die Landesheimbauverordnung mit ihren starren Vorgaben hindere die Keppler-Stiftung daran, zukunftsweisende und gleichzeitig finanzierbare Um- und Neubauten zu realisieren. „Wir haben das Know-How, wie gute Pflege im Alter geleistet werden kann – vertrauen Sie auf diese Kompetenzen und reglementieren Sie weniger durch politische Vorgaben“, richtet Günthör den klaren Appell an die Politik. Auch in Fragen der notwendigen personellen Besetzung fordert Günthör mehr Freiheit für die Einrichtungen in der Ausgestaltung von Personalschlüsseln. Das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner, ihre Lebensqualität stehen im Mittelpunkt unseres Handelns. Das zu erreichen ist nicht mit starren Personalvorgaben sondern mit flexiblen Modellen möglich. Nneka Chukwu-Brecht führte zum Thema Fachkräfte weiter aus: „Ein entscheidender Hebel zur Systementlastung liegt in einem mutigeren Umgang mit ausländischen Pflegefachkräften während des Anerkennungsverfahrens. Angesichts von Bearbeitungszeiten von bis zu zwei Jahren ist es kontraproduktiv, diese Gruppe wie ungelernte Kräfte zu behandeln. Wir plädieren dafür, ihre Qualifikation und Erfahrung bereits im laufenden Verfahren anzuerkennen und sie mindestens auf dem Niveau einer einjährigen Pflegehilfskraft einzugliedern. Das wertet nicht nur ihre Arbeit auf, sondern begegnet dem akuten Fachkräftemangel mit pragmatischen Lösungen statt bürokratischen Hürden.“

Thomas Strobl nahm die Anregungen auf und stimmte zu, dass Vertrauen in die große Expertise der Keppler-Stiftung notwendig sei – wenn es auch Bereiche gäbe, die klar geregelt sein müssen, wie etwa der Brandschutz.

In der anschließenden Dialogrunde mit Bewohner:innen und Angehörigen kam immer wieder die Sorge zum Ausdruck, dass die Kosten der Pflege für die Einzelnen nicht mehr tragbar seien und viele in die Sozialhilfe treibe. Strobl möchte sich auf Bundesebene dafür einsetzen, dass die Finanzierung der Pflege (..) verlässlich und solidarisch gestaltet wird. „Wir wollen verhindern, dass steigende Eigenanteile Pflegebedürftige oder ihre Familien überfordern“, zitiert Strobl aus dem Wahlprogramm.

Bewohner:innen und Angehörige betonten immer wieder die zugewandte Atmosphäre im Seniorenzentrum St. Elisabeth und schätzen das Engagement der Mitarbeitenden sehr hoch ein. Auch Innenminister Strobl schloss seinen Besuch mit großer Anerkennung für die Leistung der Mitarbeitenden und des Leitungsteams.