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Fachtag Interreligiöse Begegnung

Teilnehmerinnen des interreligiöser Dialog

(von links) Zeljka Grgic (Pflegedienstleitung im Haus Augustinus), Sabine Segoviano (Jüdische Gemeinde Stuttgart), Pia Theresia Franke (Vorständin der Keppler-Stiftung) und Martin Attar im Gespräch.

Nach der inspirierenden Reise nach Berlin im Juli 2025 beschließen wir das Dialogjahr 2025 mit einem Fachtag „Palliative Care trifft Religion – Bedürfnisse verstehen, Vielfalt achten“.

Welchen Blick auf die letzte Phase des Lebens haben die drei abrahamitischen Religionen, welche spirituellen und kulturellen Vorstellung gibt es dazu. Drei Fachreferenten beleuchteten die Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Sabine Segoviano von der Jüdischen Gemeinde Stuttgart, Martin Attar, Politologe und Theologe sowie Mitarbeiterseelsorger Siegfried Springsguth von der Keppler-Stiftung zeigten die jeweiligen Grundsätze im Judentum, Muslimentum und Christentum auf. Am Nachmittag regten Praxisbeispiele aus dem Hospiz Veronika und dem Besuchsdienst „Bikkur Cholim“ zu lebhaften Diskussionen unter den Teilnehmenden an.

Dabei bliebt ein entscheidendes Fazit der Veranstaltung: Das Wissen über die jeweiligen religiösen und kulturellen Hintergründe der Themen Krankheit, Sterben und Tod ist wichtig. In der Praxis aber ist es die Haltung, die entscheidend ist: Achtsamkeit, ein offenes Ohr und sensible Antennen für die Worte, Signale und Regungen des Gegenübers sind der Schlüssel in palliativen Situationen. Die Frage lautet weniger: Was ist jetzt, dem „Gesetz nach“ zu tun? Die wichtigste Frage lautet: Was möchte mein Gegenüber, damit es stimmig ist? Rituale können dabei eine Hilfe sein, wenn sie für den Menschen eine hilfreiche Bedeutung haben. Zur leeren Formel verkümmert verfehlen sie den heilsamen Charakter.

Vielen Dank an die Referenten für die wertvollen Impulse, das Team für die tolle Vorbereitung sowie an Pia Theresia Franke, Vorständin der Keppler-Stiftung für die stringente wie gleichermaßen spontane Moderation.