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Demenz: Wenn die kognitiven Fähigkeiten nachlassen, bleibt der Mensch.

Vier Personen stehen in einer Gruppe zusammen

Hans Vogel, Einrichungsleitung von St. Vinzenz, die Vorstände der Keppler-Stiftung Pia Theresia Franke und Klaus Günthör und Prof. Dr. med. Christian Jacob, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der medius Klinik Kirchheim

Vergangene Woche waren wir beim Fachsymposium im St. Vinzenz in Filderstadt zu Gast: „Fachpflege & Betreuung in einer Geronto- und Sozialpsychiatrischen Einrichtung“

Den Auftakt machte Christian Jacob Prof. Dr.med. Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der medius Klinik Kirchheim. Er gab Einblicke in aktuelle Erkenntnisse zu gerontopsychiatrischen Erkrankungen und insbesondere zu Demenz. Trotz großer Fortschritte in der Forschung bleibt die Frage, wie Erkenntnisse noch besser bei den betroffenen Menschen ankommen können.

Eine zentrale Botschaft: Auch wenn kognitive Fähigkeiten abnehmen, bleiben emotionale Fähigkeiten erhalten. 

Sie sind eine wichtige Grundlage für Beziehung und Begegnung. Genau hier setzt eine personenzentrierte Pflege an: Menschen wahrnehmen, ihre Situation verstehen und sie annehmen.

In vier Workshops wurde dieser Gedanke aus unterschiedlichen Perspektiven vertieft:
Besondere Bedarfe von Menschen mit Demenz
Selbstbestimmung und Personzentrierung müssen im Mittelpunkt stehen. Es geht darum, Menschen „Mensch sein zu lassen und sein zu dürfen“. Dafür braucht es nicht nur entsprechende Angebote in Einrichtungen, sondern auch eine akzeptierende Haltung in der Gesellschaft.

🔹 Nicht die Diagnose pflegen, sondern die Beziehung
Professionelle Pflege darf sich nicht auf technische und regulatorische Anforderungen beschränken. Rollenreflexion, eine bewusste Gestaltung der professionellen Beziehung und eine wertschätzende Haltung sind entscheidend. Gleichzeitig können Vorbehalte und der Verlust von Eigenständigkeit den Beziehungsaufbau aus Sicht der Bewohner erschweren.

🔹 Therapie in der Pflegeeinrichtung – Standard oder Luxus?
Musik-, Kunst- und Ergotherapie können die Beziehungsgestaltung und den Alltag deutlich bereichern. Sie schaffen neue Zugänge zu den Bewohner und helfen, ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten besser wahrzunehmen.

🔹 Spiritualität und Psychiatrie
Spirituelle Angebote können Sicherheit und Geborgenheit vermitteln und das Gefühl stärken, bedingungslos angenommen zu sein. Sie eröffnen Räume jenseits der kognitiven Dimension.

👍 Unser Fazit: Gute gerontopsychiatrische Pflege bedeutet mehr als die Versorgung einer Erkrankung. Sie bedeutet Beziehung, Wertschätzung, Selbstbestimmung und Teilhabe.

Für die Keppler-Stiftung bleibt dabei eine Haltung zentral: Nicht die Diagnose steht im Mittelpunkt – sondern der Mensch.

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