Stabswechsel in der Keppler-Stiftung – Pia Theresia Franke folgt auf Dr. Alfons Maurer

Nach über zwanzig Jahren Vorstandstätigkeit in der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung geht Dr. Alfons Maurer Ende Juni in den Ruhestand. Er übergibt die Verantwortung an Pia Theresia Franke, die vom Stiftungsrat zur neuen Vorständin der Keppler-Stiftung gewählt wurde.

In einer bewegenden Feierstunde würdigte die Stiftungsratsvorsitzende Dr. Almut Satrapa-Schill die Verdienste Maurers um die Keppler-Stiftung und die Altenhilfe in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Sie haben dafür gesorgt, dass die Keppler-Stiftung auf höchstem Niveau arbeitet. Immer bestens informiert und ausgestattet mit stets aktuellem Überblick der politischen, gesetzlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen sowie der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.“ Dabei war es dem Stiftungsrat mit dem Vorstand wichtig, Strategien als „Leitplanken“ für die Arbeit der Keppler-Stiftung zu entwickeln und fortzuschreiben, so Satrapa-Schill. Der Wechsel im Vorstand sei zwar eine einschneidende Zäsur, mit der Wahl Pia Theresia Frankes aber auch ein Grund zur Freude: „Freude ist angesagt, weil wir Pia Theresia Franke, als Nachfolgerin von Herrn Maurer begrüßen können. Wir sind überzeugt, dass Sie die begonnene Erfolgsgeschichte fortsetzt. Nicht das Corona-, sondern Gott sei Dank, das Keppler-Virus hat Sie bereits erfasst.“

Generalvikar Prälat Dr. Clemens Stroppel überbrachte die Dankesworte des Bischofs, der Diözese Rottenburg Stuttgart und des Diözesanen Caritasverbandes. Stroppel sieht es als Verdienst des Vorstandes Kuhn/Maurer, dass sich der kleine Träger zum größten katholischen Träger der Altenhilfe in Baden-Württemberg entwickelt hat. Dabei habe sich Maurer in hohem Maße in vielfältigen Gremien über die Keppler-Stiftungsgrenzen hinaus stark und unermüdlich für gute politische Rahmenbedingungen im Bereich Alter und Pflege eingesetzt. „Dich interessierten immer die Bedingungen der Möglichkeit guter Pflege, d. h. menschlich christlich verantworteter und konkreter menschlich zugewandter, Gott entsprechender Pflege, der Mensch geworden ist und sich mit seinem Jesus rückhaltlos an unsere Seite stellt“. Der neuen Vorständin Pia Theresia Franke wünscht Stoppel ein gutes Ankommen im Schwabenland und ein gottgesegnetes und gottbehütetes Wirken: „Es geht immer um den Menschen. Vielleicht wird’s nicht leichter. Gerade für kirchliche Träger. Aber es bleibt wertvoll im wahrsten Sinne des Wortes um der Menschen willen und um Gottes willen, der uns um der Menschen willen nicht verloren gehen darf“, schließt Stroppel sein Grußwort.

Vorstandskollege Andreas Kuhn zeigte sich tief beeindruckt von der über zwei Jahrzehnte dauernden konstruktiven Zusammenarbeit. Er sprach seinen persönlichen Dank aus „für das gegenseitige Vertrauen, das blinde Verstehen, den respektvollen Umgang, das Miteinander, das Zusammenstehen in Krisen. Es war mir eine unglaubliche Ehre mit Ihnen zusammenzuarbeiten, es war ein großes Geschenk“. Mit einem Zitat von Jean Giono drückte Kuhn seinen großen Respekt vor seinem Vorstandkollegen aus: „Um wahrhaft außergewöhnliche Eigenschaften im Charakter eines Menschen zu entdecken, muss man das Glück haben, sein Tun über Jahre beobachten zu können. Wenn dieses Tun frei ist von Egoismus, wenn die Idee, die sein Handeln leitet, von beispielsloser Großzügigkeit ist, wenn ganz sicher ist, dass es nicht auf irgendeine Belohnung aus war, und wenn es obendrein in der Welt sichtbare Spuren hinterlassen hat, dann hat man ohne jede Zweifel einen unvergesslichen Charakter vor sich.“

Sozialminister Manne Lucha ließ es sich nicht nehmen, in einer Videobotschaft seinen persönlichen Dank an die Keppler-Stiftung und Dr. Alfons Maurer für die gute Zusammenarbeit und die enge Abstimmung mit dem Sozialministerium auszusprechen: „Das Engagement der Keppler-Stiftung war und ist (…) vorbildlich – dafür danke ich Ihnen ganz herzlich. Sie, lieber Herr Dr. Maurer, haben stets den engen Kontakt zu uns und die enge Abstimmung mit uns gesucht. Die Zusammenarbeit mit Ihnen, mit den Akteuren vor Ort, war stets konstruktiv.“

Dr. Alfons Maurer führt in einem philosophisch-theologischen Abschiedsvortrag zu den Wurzeln der Care-Ethik und zur Ethik der achtsamen Zuwendung. Der Leitsatz „not to turn away from someone in need, (sich nicht abwenden von jemanden in Not), betont persönliche Verantwortung, den situativen Kontext sowie den Aufbau und Erhalt von Beziehungen. Diese Maxime begründet für Maurer auch die Notwendigkeit eines Engagements der Keppler-Stiftung in Netzwerken und als zivilgesellschaftlichen Akteur. Die Keppler-Stiftung zeichne sich dadurch aus, dass sie die «Begegnung» und die «Gestaltung von Beziehung» zur Grundkategorie Ihrer Arbeit identifiziert hat und eben nicht die Renditeorientierung (oder gar die Renditeoptimierung) als oberstes Ziel gesetzt hat, sondern die Orientierung an den Menschen, den Nutzerinnen und Nutzern und deren Lebensqualität. 

Die neue Vorständin der Keppler-Stiftung Pia Theresia Franke zeigte in kurzen Schlaglichtern die Aufgaben und Ziele für die kommende Zeit auf: „Der Mensch ist sowohl Individuum als auch auf Gemeinschaft verwiesen. Damit ist klar, dass Älterwerden nicht nur eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, sondern auch eine gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe ist. Die besonderen Anliegen der Stiftungsarbeit sind“, so Franke weiter, „die Erhaltung und Entwicklung der Lebensqualität und der Einbezug des Sozialraumes, einhergehend mit der Wertschätzung des Alters“. Dabei komme der Gewinnung und Bindung qualifizierter Mitarbeitenden in allen Bereichen, Pflege, Betreuung, Beratung und Hauswirtschaft eine wichtige Rolle zu, die Franke mit kreativen Wegen und einer klugen strategischen Personalentwicklung gestalten möchte.


Zusatzinformationen

Berufliche Stationen Dr. Alfons Maurer
Alfons Maurer war von 1981 bis 1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an der Katholisch-Theologischen Fakultät Tübingen am Institut für Theologische Ethik. Von 1992 bis 1999 leitete er die Fachstelle für Psychologische Beratung bei der Diözese Rottenburg-Stuttgart bevor er 2000 den Vorstand der Keppler-Stiftung Sindelfingen übernahm.  

Mit Pia Theresia Franke übernimmt eine erfahrene und hochkompetente Führungspersönlichkeit die Verantwortung im zweiköpfigen Vorstand der Keppler-Stiftung. Kontinuität und Weiterentwicklung stehen für sie dabei an erster Stelle. Die gebürtige Fränkin bringt umfassende Leitungserfahrung im Bereich der Sozialwirtschaft und der Personalentwicklung mit. Zuletzt war sie als Diözesan Caritasdirektorin in Würzburg tätig und im Vorstand für die Fach- und Sozialpolitik zuständig. In diesem Rahmen verantwortete sie auch die Angebote der Altenhilfe. Franke trat bereits im März 2021 in die Keppler-Stiftung ein. Für den Stiftungsrat sollte diese lange Übergabephase die Kontinuität der Wertekultur der Stiftung sichern. 

Zur Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung
Die Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung wurde im Jahr 2000 durch den Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart gegründet, der zu diesem Zeitpunkt die operativen Dienstleistungen der Altenhilfe ausgegliedert hat. Heute ist die Stiftung die größte katholische Altenhilfeträgerin in Baden-Württemberg. In 23 Seniorenzentren mit 1.900 Pflegeplätzen, sieben ambulanten Diensten, 13 Tagespflegen und einem stationären Hospiz beschäftigt die kirchliche Stiftung rund 2.500 Mitarbeitende. Sie ist in 23 Seniorenwohnanlagen tätig und an mehreren Diensten und Organisationen beteiligt.
 

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