Lebensqualität und INSEL
Oberste Maxime in den Pflegezentren der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung ist die Erhaltung und Entfaltung von Lebensqualität. Um sie zu erreichen, müssen die Bewohnerinnen und Bewohner einbezogen werden - nur sie wissen wirklich, was für sie gut ist. Wer neu in ein Haus der Keppler-Stiftung einzieht, wird seit 2007 mit Hilfe des Gesprächsleitfadens „INSEL“ gefragt, was für sie oder ihn Lebensqualität ausmacht und dazu wichtig ist. "INSEL" bedeutet: Instrument zur Erfassung von Lebensqualität in der stationären Altenhilfe.
INSEL wurde in Zusammenarbeit mit Gerontologen der Universität Heidelberg als Instrument zur praxisnahen Erfassung von Lebens-qualität in Pflegeeinrichtungen entwickelt. Das Instrument sollte ebenso praxistauglich wie wissenschaftlich fundiert sein und sowohl die Perspektive der Betreuten als auch der Betreuenden erfassen.
Leitend war dabei der Grundgedanke, dass Lebensqualität mehrdimensional zu denken ist. Das wird in den „12 Dimensionen“ deutlich, in die INSEL gegliedert ist. Sie orientie-ren sich an den Arbeiten der Gerontologen M. Powell Lawton sowie Rosalie und Robert Kane: Zur Beurteilung von Lebensqualität (im Folgenden kurz: LQ) müssen sowohl subjekti-ve als auch Bewertungen von außen herangezogen werden.
Wie "funktioniert" INSEL?
In Bewohner- und Gruppeninterviews werden 12 LQ-Dimensionen angesprochen. Damit wird „das ganze Leben“ (Slogan der Keppler-Stiftung) in der Einrichtung zum Thema. Es wird nicht suggestiv gefragt. Jede Äußerung ist wichtig und wird notiert.
Der Ablauf
Bewohner- bzw. Angehörigeninterview anhand eines Leitfadens zu den 12 LQ-Dimensionen.
- Übertragung der Inhalte in ein Auswertungsprotokoll.
- Gruppeninterview mit Mitarbeitenden aus allen Bereichen mit direktem Bezug zur jeweiligen Bewohnerin.
Austausch über die Perspektive der Bewohnerin und die verschiedenen Perspektiven der Mitarbeitenden. - Ableitung von handlungsleitenden Maßnahmen und Festlegung, wer bis wann die Maßnahme umsetzt.
- Umsetzung der Maßnahmen und Dokumentation.
